Coburg hat eine einzige aktive Brauerei: das Brauhaus zu Coburg, seit 2010 in Betrieb, die einzige verbliebene Brauerei der Stadt. Alle anderen traditionellen Coburger Brauereien wurden aufgekauft oder geschlossen. Das Bier des Brauhauses heißt Veste Trunk.
Coburg auf einen Blick
- Ca. 40.000 Einwohner, nördlichste Großstadt Bayerns
- An der Grenze zu Thüringen: kulturelle und bierliche Mischregion
- Mehrere mittelgroße Brauereien mit eigenem Charakter
- Coburger Bockbierfest (Oktober): eines der ältesten Bockbierfeste Deutschlands
- Coburger Festung über der Stadt: eine der größten Burganlangen Deutschlands
Warum Coburg anders ist
Coburg war jahrhundertelang Residenzstadt der Herzöge von Sachsen-Coburg, kein bayerisches Territorium, sondern ein thüringischer Kleinstaat, der erst 1920 durch Volksabstimmung zu Bayern kam. Das prägt die Kultur bis heute: Coburg fühlt sich anders an als Bamberg oder Nürnberg. Die Sprache ist eine Mischung, die Architektur hat andere Einflüsse, und die Bierkultur hat ihren eigenen Charakter.
Coburger Bier neigt zum Vollmundigen. Die Brauereien der Region sind keine Kellerbier-Betriebe im fränkisch-schweizer Stil, sie brauen eher kräftige Märzen und Landbiere, mit einem Einfluss der thüringischen Brautradition die sich nicht leicht in Worte fassen lässt, aber auf dem Gaumen erkennbar ist.
Die Brauereien
Brauhaus zu Coburg
Die bekannteste Brauerei der Stadt. Das Coburger Hell und das Märzen sind die Hauptprodukte, handwerklich solid, erkennbar coburgerisch. Der eigene Biergarten ist eine der besten Adressen in der Stadt für ein Bier nachmittags.
Brauereien im Coburger Umland
Das Coburger Land hat eine Reihe kleinerer Brauereien in der näheren Umgebung — Seßlach mit seinem historischen Kommunbrauhaus (seit 1335), Brauereien in Untersiemau, Rödental und weiteren Dörfern. Wer das Umland erkundet, wird fündig. Die Region Coburg.Rennsteig gibt auf ihrer Website einen Überblick.
Brauereien im Coburger Land
Das Coburger Umland hat eine Reihe kleinerer Brauereien in Dörfern, die meisten wenig bekannt, die meisten sehenswert. Wie in der Fränkischen Schweiz gilt: das Erkunden macht den Unterschied. Wer mit dem Auto durchs Coburger Land fährt und auf Schilder achtet, wird belohnt.
Das Coburger Bockbierfest
Das Coburger Bockbierfest findet im Oktober statt und gehört zu den ältesten und authentischsten Bockbier-Veranstaltungen in Deutschland. Im Gegensatz zu vielen modernen Bockbier-Events hat das Coburger Fest einen ernsthaften historischen Hintergrund, Bockbier war in Coburg traditionell das Herbstbier und wurde ausgiebig gefeiert.
Das Fest ist kein Massentourismus-Event. Es ist eine lokale Veranstaltung die überregional kaum vermarktet wird, was bedeutet: wer hinkommt, trifft hauptsächlich Einheimische. Das ist ein Vorzug.
Bockbierfest Coburg: Praktisch
- Termin: Oktober (genaues Datum jährlich verschieden, prüfen)
- Charakter: Traditionelles Stadtfest, eher Marktcharakter als Volksfest
- Bier: Bockbier der lokalen Brauereien, ca. 7% Vol.
- Anreise: Bahn, Coburg hat einen Bahnhof, Bier und Autofahren passt nicht
Coburg und die Festung
Die Coburger Festung, Veste Coburg, thront über der Stadt. Sie ist eine der größten Burganlagen Deutschlands, weitgehend erhalten, und bietet einen außergewöhnlichen Blick über Nordfranken und Thüringen. Martin Luther verbrachte 1530 mehrere Monate auf der Veste.
Der Besuch der Veste kombiniert sich gut mit einem Nachmittag in einem der Coburger Biergärten. Das ist der empfohlene Ablauf für einen Tag in Coburg.
Anreise und Unterkunft
Coburg ist per Bahn gut erreichbar: von Nürnberg ca. 1,5 Stunden Regionalzug, von Bamberg ca. 45 Minuten. Von Erfurt (Thüringen) ca. 45 Minuten. Die Stadt ist kompakt und zu Fuß gut erkundbar, ein Auto braucht man für die Innenstadt nicht, nur für Ausflüge ins Umland.