Das fränkische Bier-Vokabular enthält Begriffe die in keinem anderen deutschen Dialekt vorkommen: Seidla (0,5 Liter Bierglas), Halbe (0,5 Liter, auch oberbayerisch), Zoigl (kommunales Brauhaus-Bier), Ungespundetes (kohlensäurearmes Bier), Schlenkerla (Eigenname der berühmten Rauchbier-Brauerei), Kellerbier (naturtrübes Lagerbier). Der Begriff Maß (1 Liter) ist in Franken unüblich.

Fränkisches Bier hat sein eigenes Vokabular. Wer an einem Bierkeller sitzt und nicht weiß was "ungespundet", "Zwickel" oder "Schoppen" bedeuten, bestellt vielleicht das falsche. Hier sind die wichtigsten Begriffe.

Das Bier

BegriffBedeutung
SeidlaDas fränkische Bierglas: 0,5 Liter, mit Henkel, leicht gebaucht. Keine Maß (1 Liter), kein Pilsglas. Das Standardglas im Bierkeller.
Kruglein / Krug0,5-Liter-Krug aus Steingut: in manchen Gasthäusern als Alternative zum Glasseidla. Hält das Bier länger kühl.
SchoppenIn Unterfranken und der Weinregion: 0,25-Liter-Weinmaß. Im Bierkontext nicht üblich; wer Wein bestellt, bekommt den Schoppen.
Maß1 Liter Bier im Maßkrug. In Franken nicht der Standard: das ist bayerisches Oktoberfest. Wer 0,5 L will, bestellt ein Seidla.
KellerbierNaturtrübes, unfiltriertes Bier direkt aus dem Lagertank. Hefe noch drin, würzig-frisch.
Zwickelbier / ZwicklÜber den Zwickelhahn (Probierzapfhahn) am Lagertank gezapftes Bier: noch frischer als Kellerbier.
UngespundetesBier das ohne Spunddruck gereift ist: kaum Kohlensäure, weich, vollmundig. Das Mahrs-Ungespundete ist die Referenz.
RauchbierBier aus über Buchenholzrauch geröstetem Malz: schmeckt nach geräuchertem Schinken. Nur in Bamberg in dieser Tradition.
BockbierStarkbier ab ca. 6,5% Vol. Saisonbier (Fastenzeit, Herbst). Malzsüß, kräftig.
MärzenDas klassische untergärige Lagerbier, goldbraun bis kupfern. Das Standardbier der meisten fränkischen Brauereien.
Weißbier / HefeweizenObergäriges Bier, hefetrüb, Banane-Nelke-Aromatik. Fränkische Variante meist etwas trockener als bayerische.
ZoiglTraditionelles obergäriges Bier aus Kommunbrauhäusern. Erkennbar am Zoigl-Stern vor dem Haus.

Der Ort

BegriffBedeutung
BierkellerHistorischer unterirdischer Lagerkeller + Außenbereich darüber. In Franken für beides verwendet ("der Keller").
BiergartenDer Außenbereich. In Franken oft "Keller" oder "Kellergarten" genannt.
KommunbrauhausGemeinschaftliche Brauanlage in Zoigl-Orten: Bürger brauen abwechselnd ihr eigenes Bier.
Gasthof / GasthausDer innen liegende Gastraum einer Brauerei. Oft ganzjährig geöffnet, auch wenn der Keller draußen zu ist.
KellerwaldBewaldeter Hang mit mehreren Bierkellern: am bekanntesten: der Forchheimer Kellerwald.

Bestellen und Bezahlen

SituationWas man sagt / weiß
Ein Bier bestellen"Ein Seidla, bitte" oder "Ein Helles, bitte" oder den Stil nennen: "Ein Kellerbier, bitte."
Zahlen"Ich zahle bitte" oder "Zahlen": oft beim Wirt direkt, nicht am Tisch. Bargeld mitnehmen.
TrinkgeldKein Pflicht, aber üblich. Aufrunden oder kleinen Betrag dazulegen.
Brotzeit mitbringenIn vielen Kellern erlaubt: vorher fragen: "Darf ich Brotzeit mitbringen?"
Platz findenAn langen Holzbänken einfach dazusetzen. Keine Reservierung nötig oder üblich.
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